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Gemälde & Zeichnungen

Schloss Ahlden bietet eine breite und stilistische Palette von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von der Renaissance bis in die Gegenwart. Unter den Gemälden des Barock ragen Adelsportraits von Johann Georg Ziesenis (Erlös 100.000 Euro) und der Malerfamilie Tischbein heraus. Zu den Persönlichkeiten der Malerdynastie Brueghel gehörte auch Pieter Brueghel d. J. von dem kürzlich ein kleines Tondo-Bild mit Bauernmotiv versteigert wurde (Erlös 232.000 Euro).  Der flämische Maler Frans Francken d. J. schuf mit Vorliebe mythologische und biblische Szenen, wie „Die Anbetung der Hl. Drei Könige“
(Erlös 90.000 Euro).
 
Aus dem 19. Jahrhundert werden sowohl Werke der Münchener, Düsseldorfer und Berliner Malerschule versteigert als auch der gesamten europäischen Kunstwelt.  Zu den Top Ergebnissen deutscher Maler zählen eine eine Capri-Ansicht von Oswald Achenbach (Erlös 48.000 Euro), ein Kabinettbild von Carl Spitzweg (Erlös 56.000 Euro), ein Löwenbild von Wilhelm Kuhnert (Erlös 100.000 Euro).
Ein Landschaftsbild des niederländischen Romantikers Barend Cornelis Koekkoek erzielte ein international beachtliches Ergebnis (Erlös 325.000 Euro). Spektakulär war das Ergebnis einer vielfigurigen Familienszene des italienischen Realisten Arturo Ricci (Erlös 462.000 Euro).
Die russische und polnische Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts repräsentierten u.a. ein kleines museales Bild "Der Koch" von Vladimir Egorovitch Makovsky aus Zarenbesitz, das fulminantes Interesse fand (Erlös 187.000 Euro), überdies das Gemälde "Eine fröhliche Schlittenfahrt" von Alfred von Wierusz-Kowalski (Erlös 150.000 Euro).

Die Motivbreite des deutschen Impressionismus um 1900 spiegeln Werke von Alexander Koester (Erlös 48.000 Euro), Max Liebermann (Erlös 98.000 Euro), Edward Cucuel (Erlös 75.000 Euro) und des Worpsweder Landschaftsmalers Otto Modersohn (Erlös 33.000 Euro) wider.

Im Fokus der Klassischen Moderne in Deutschland liegen Werke der Künstlergruppen "Der Blaue Reiter" und "Die Brücke". Als Einzelkämpferin, Vorreiterin, Begründerin und bedeutendste Vertreterin des frühen Expressionismus ging Paula Modersohn-Becker in die Kunstgeschichte ein, die 1901 in ihrem Gemälde "Kind am Baumstamm" ein Mädchen in weißem Sommerkleid und schwarzem Hut malte, das aus ihrem Nachlass stammte und seit 1947 mehrfach ausgestellt wurde (Erlös 475.000 Euro).
Gefragt bleiben Blumenaquarelle des norddeutschen Expressionisten Emil Nolde (Erlös 275.000 Euro) und Karl Schmidt-Rottluffs (Erlös 65.000 Euro). Von dem Brücke-Maler Hermann Max Pechstein stammte das Aquarell "Strandansicht mit Fischerbooten in Leba" (Erlös 85.000 Euro). Die Aufbruchstimmung in der deutschen Kunst vor dem ersten Weltkrieg symbolisieren die Farbstiftzeichnungen "3 blonde Mädchen" von August Macke (Erlös 32.000 Euro) und die Tuschpinsel/Gouache-Arbeit "Im Café" von Gabriele Münter (Erlös 44.000 Euro).

Die 1958-1966 bestehende Künstlergruppe "Zero", zu der Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker gehörten, revolutionierte die deutsche Kunst nach 1945 von Grund auf und prägt diese bis heute. Mit ihrer Kunstauffassung und ihren Arbeiten sprengten sie die traditionellen Gattungen Malerei und Skulptur, indem sie oft die Dynamik des Betrachters im Raum sowie von Wind und Licht integrierten. Von Piene stammte eines seiner berühmten, sog. "Feuerbilder" - "Die Sonne reist" aus dem Jahr 1966 (Erlös 250.000 Euro). Mack spielte 1967 bei seinem Metall-Reliefobjekt "Wind u. Feuer, Freistudie in himmlischen Gärten" aus strukturierter Aluminium-Wabenfläche auf polierter, partiell gebürsteter und durch Bohrungen perforierter Edelstahlplatte mit Licht- und Raumeffekten (Erlös 275.000 Euro). Nicht minder radikal und konzeptuell in seiner Abstraktion war Gotthard Graubner mit seinem im selben Jahr entstandenen "Kissenbild" ("Ohne Titel") aus der Sammlung Ulbricht. In der Tradition von Mark Rothko, Barnett Newman und Clyfford Still wurde Graubner mit seinen "Kissenbildern" und "Farbraumkörpern" zu einem der bedeutendsten Vertreter der lyrischen Farbfeldmalerei, verband die Malerei mit dreidimensionalen Wirkungen und hatte vergleichbare Intentionen wie Lucio Fontana und Yves Klein (Erlös 52.500 Euro).

 
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Dr. Andreas Heger

Experte

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