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184. Internationale Kunstauktion- Teil I

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Lot 250

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Lot 250: Musealer Creußener Renaissance-Krug von 1611

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{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €12,000 {{user_lang.LOT_SOLD}}



Musealer Creußener Renaissance-Krug von 1611 Braunes, salzglasiertes Steinzeug. Hohe, leicht gebauchte, zylindrische, durch Drehrillen bzw. Profilbänder gegliederte Form. Reicher, aufgelegter, überaus fein reliefierter Dekor, dunkelbraun engobiert. Am Bauch ein breiter Fries aus Karyatiden und rechteckigen Feldern mit weiblichen Maskarons, die Kartuschenrahmung mit Roll- und Beschlagwerk, in den Zwickeln gegenübergestellt Adam und Eva mit Früchtemotiven, unterhalb jeweils ein Löwe. Zum Fuß ein alternierender Fries aus Renaissance-Ornamenten und Puttoköpfen, oberhalb ein Inschriftband mit Dat. "APPALONIA ORTLIN 1611". Zinndeckel und -henkel erg.; H. 26,8 cm.
Dieser Krug wurde 1893 in Köln versteigert und war bis heute für die Forschung verschollen. Mit seiner Inschrift von 1611 handelt sich nun um den frühesten bekannten, datierten Creußener Krug, gefolgt von dem kleinen, beschädigten Frobenius-Krug mit vergleichbarem Reliefdekor aus dem Jahr 1614, der sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befindet. Anzunehmen ist, dass der bereits seinerzeit kostbare Appalonia Ortlin-Krug für eine hochgestellte Bürgerin einer fränkischen Stadt wie Nürnberg angefertigt wurde, wohl anlässlich einer Vermählung. Hierauf weisen sowohl die Motive des Dekors als auch der überaus seltene Name "Ortlin" hin, der Mitte des 16. Jhs. bei einer Nürnberger Hafnerfamilie nachweisbar ist.
Vgl.: "Katalog ausgewählter Kunstsachen (...) aus dem Nachlasse der Herren Louis von Lilienthal in Elberfeld, Maler Bourel in Köln, Dr. Chargé in Köln etc.", Versteigerung bei J. M. Herberle (H. Lempertz' Söhne), Köln, 14.-20.12.1893, Nr. 19, S. 4, Abb. Tafel 1; Richard Stettiner: "Der Fayencemeister L. S. und seine Werkstätte", in "Cicerone", XV. Jahrgang, 1923, Heft 2, S. 47-62, aufgeführt auf S. 49; Josef Horschik: "Creußener Steinzeug", in "Keramos" Heft 139/140, 1993, S. 3-282, aufgeführt auf S. 28, 31, 43, 44, 59, 110 und zu Abb. 21.
Provenienz: 1893 versteigert bei J. M. Herberle (H. Lempertz' Söhne), Köln; 1989 Kunsthandel Walter Senger, Bamberg; Privatsammlung Paderborn; später in süddeutscher Privatsammlung.
A very rare South German Creussen stoneware tankard dated 1611. Chips to the foot, pewter handle and lid replaced.
Creußen. 1611.


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