Lot 1871: Renato Guttuso
View description{{user_lang.ESTIMATE_PRICE}} €5,500 {{user_lang.PASSED}}
(1911 Bagheria - 1987 Rom)
"Quo usque tandem Catilina abutere" (patientia nostra?). Originaltitel
Der mit wohl gesetzten Federstrichen nur angedeutete Redner mit Schildkrötenkopf gestikuliert ausladend, während ihm gegenüber ein Mann, die Arme verschränkt, mit zorniger Mine zuhört. Dazwischen die lateinische Redewendung, übersetzt: Wie lange noch, Catilina, wirst du unsere Geduld missbrauchen? Sie stammen aus Ciceros Reden gegen den Verschwörer Catilinas, der ihn der Heuchelei beschuldigte. Guttoso war zeitlebens ein politisch aktiver Künstler, der sich gegen den italienischen Faschismus engagierte und der PCI beitrat. Obwohl er nie eine Kunstakademie besucht hatte, konnte er mit seinen künstlerischen Ausdrucksformen überzeugen und wurde zu internationalen Ausstellungen u.a. der Biennale in Venedig und documenta 6 in Kassel eingeladen, zudem erhielt er Gastprofessuren. Aquarellierte Federzeichnung/Papier. R. u. sign. u. dat. (19)62 sowie mit persönlicher Widmung an Fritz Joachim Raddatz: "al caro amico Fritz Raddatz fraterno ricordo di Renato Guttuso Roma 29 - ap(rile) (19)75". Lichtmaß 45 cm x 33 cm. Rahmen.
Der Schriftsteller, Publizist und Lektor Fritz Joachim Raddatz (1931 - 2015) war einer der größten Feuilletonisten und Literaturkritiker seiner Zeit. 1960 wurde er Cheflektor und stellvertretender Verlagsleiter des Rowohlt Verlags und ab 1976 Leiter des Feuilletons der Wochenzeitung "Die Zeit". Seine ab 1982 geführten Tagebücher geben detailreiche Einblicke in die ost- und westdeutsche Literaturszene. Er erhielt den Orden "Officier des Arts et des Lettres" und wurde 2010 durch den Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik gewürdigt.
Watercolor pen drawing on paper. Signed and dated 1962.
